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Patientenverfügung

Entspricht Ihre Patientenverfügung noch den neuesten BGH-Anforderungen?

18.03.2019

Durch das neue Urteil des Bundesgerichtshofs vom 06.07.2016 wurden die Karten für die Patientenverfügung nochmals neu gemischt. Daher sollten Sie Ihre Patientenverfügung sicherheitshalber nochmals zur Hand nehmen und kontrollieren. Der Gerichtshof sagt in seinem neuen Urteil die Formulierung "keine lebensverlängernden Maßnahmen" zu wünschen, reicht nicht aus.

Wir haben Ihnen daher eine Checkliste erstellt, die es Ihnen erleichtern soll Ihre persönliche Patientenverfügung nochmals zu prüfen:  

Checkliste: Überprüfung der eigenen Patientenverfügung

intensivmedizinische Maßnahme benannt

Die allgemeine Formulierung "keine lebensverlängernden Maßnahmen" in der Patientenverfügung reicht in Zukunft nicht mehr aus. Vielmehr müssen Sie konkrete Behandlungsmaßnahmen ausschließen, wie zum Beispiel:

  • keine künstliche Ernährung, weder mittels Magensonde, noch über die Nase, Bauchdecke oder intravenös
  • keine künstliche Beatmung oder Sauerstoffzufuhr
  • keine Dialyse oder Bluttransfusion
  • keine künstliche Versorgung mit Flüssigkeit

bestimmte Krankheitsbilder

Darüber hinaus sollte die Patientenverfügung für unterschiedliche Behandlungssituationen eine Regelung enthalten, beispielsweise für:

  • Demenz
  • Wachkoma: hier ist es möglich eine Formulierung zu treffen, die eine Abschaltung der Geräte nach Ablauf einer bestimmten Frist (zum Beispiel 5 Jahre) vorsieht

bestimmte Behandlungssituationen

Nachdem eine intensivmedizinische Maßnahme auf unterschiedlichsten Vorfällen beruhen kann, sollte auch auf diese Bezug genommen werden, wie zum Beispiel:

  • unmittelbarer Sterbeprozess
  • Endstadium einer unheilbaren Krankheit
  • Unfall

Sie sollten für diese konkreten Umstände festlegen, welche Behandlung Sie wünschen.

Übertragung des letztendlichen Entscheidungsrecht

Nachdem glücklicherweise niemand die Zukunft vorhersehen kann, sollten Sie einer Person Ihres Vertrauens ein letztendliches Entscheidungsrecht übertragen und mit dieser Person im Vorfeld intensiv besprechen, wie Sie sich das Ende Ihres Lebens vorstellen, damit dann in Ihrem Willen entschieden werden kann.

Neuer Beschluss des BGH vom 14.11.2018

Der BGH hat in seinem Beschluss vom November 2018 nochmals festgelegt: wer für den Fall, dass eine Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins nicht besteht festlegt,  "keine lebensverlängernde Maßnahmen" zu wünschen, beschreibt eine Lebens- und Behandlungssituation hinreichend konkret. Im vorliegenden Fall dürfen nun die Geräte einer Patientin abgeschalten werden, die 2008 einen Schlaganfall erlitt und seither künstlich ernährt wurde. In ihrer Patientenverfügung hatte die Dame festgelegt, dass sie für den Fall, dass keine Aussicht mehr auf  Widererlangung des Bewusstseins bestünde, keine lebensverängernden Maßnahmen wünsche. Der BGH entschied, dadurch würde ein eindeutiger Zustand schwerster, irreversibler Gehirnschädigung beschrieben und die Patientenverfügung damit wirksam und bindend sei. (Beschluss vom 14.11.2018, Az.: XII ZB 107/18).

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