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Vorsorgevollmacht

Vorsorgevollmacht: Auch über den Tod hinaus?

29.08.2017

Auch wenn sich niemand gern mit dem eigenen Tod oder dem Verlust des Bewusstseins beschäftigt: Über eine Vorsorgevollmacht sollte sich jeder einmal Gedanken machen. Durch solch eine Vollmacht geben Sie einer Vertrauensperson die Möglichkeit, in Ihrem Sinne Ihre Geschäfte, Personensorge und Angelegenheiten zu regeln. Die Einrichtung einer gerichtlichen Betreuung können Sie dadurch vermeiden.

Eine "normale" Vollmacht erlischt allerdings im Falle Ihres Todes. Sie haben aber die Möglichkeit, die Vollmacht als sogenannte transmortale Vollmacht auszustellen. Dafür müssen Sie in die Vollmacht explizit den Zusatz aufnehmen, dass diese Vollmacht auch über Ihren Tod hinaus gelten soll. Und das ist durchaus sinnvoll.

Tritt der Erbfall ein, muss das Nachlassgericht zunächst Ihr Testament eröffnen. Ihr Erbe muss dann in der Regel beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragen. Und das kann je nach Fall mehrere Wochen dauern. Bevor Ihr Erbe keine solche Legitimation in Händen hält, kann er meist über das Erbe nicht verfügen. Endet Ihre Vollmacht mit Ihrem Tod würde für den Bevollmächtigten eine Zeitspanne entstehen, in der er nicht in Ihrem Sinne handeln kann.

Gilt Ihre Vollmacht hingegen über Ihren Tod hinaus, kann sich Ihr Bevollmächtigter in Ihrem Sinne um den Nachlass kümmern. Übrigens können Sie die transmortale Vollmacht auch dann ausstellen, wenn Ihr Vollmachtnehmer nicht mit Ihren Erben identisch ist. Bis zur Klärung der Erbansprüche und Erteilung der Erbscheine könnte Ihr Vollmachtnehmer so Ihren Nachlass verwalten. Ihre Erben haben sodann die Möglichkeit, die Vollmacht zu widerrufen.

Achten Sie bei der Formulierung Ihrer Vollmacht darauf, welchen Weg Sie einschlagen möchten. Soll Ihr Vollmachtnehmer Sie auch nach Ihrem Tode weiter vertreten, müssen Sie dies in der Vollmacht deutlich kenntlich machen. Einer notariellen Beurkundung bedarf diese transmortale Vollmacht ebenso wenig, wie einer Vollmacht ohne diesen Zusatz. Muss sich Ihr Vollmachtnehmer aber beispielsweise auch um Immobilienangelegenheiten kümmern, ist eine Beurkundung durch einen Notar aber anzuraten.

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