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Fahrschule

Nach der Sperrfrist: Muss ich Fahrstunden nehmen?

1.09.2016

Rechtsfrage des Tages:

Mir wurde wegen einer Straftat leider die Fahrerlaubnis entzogen. Die Sperrzeit läuft noch etwa ein halbes Jahr. Muss ich eigentlich nochmal Fahrstunden nehmen, wenn ich den Führerschein wieder beantrage? Und muss ich auch die Prüfungen wiederholen?

Antwort:

Bei einigen Verkehrsdelikten droht Ihnen neben einer saftigen Geldstrafe auch die Entziehung der Fahrerlaubnis. Anders als bei einem Fahrverbot bekommen Sie Ihren Führerschein nicht einfach nach einer bestimmten Zeit wieder zurück. Vielmehr müssen Sie einige Hürden überwinden, bis Sie wieder Autofahren dürfen. Meist wird zusätzlich zur Entziehung der Fahrerlaubnis eine Sperrfrist verhängt. Während dieser Zeit weist das Gericht die Fahrerlaubnisbehörde an, Ihnen keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen.

Warten Sie mit Ihrem Neuantrag aber auch nicht zu lange. Da die Bearbeitung Ihres Antrags einige Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie diesen schon etwa drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist bei der Behörde einreichen. Außerdem müssen Sie bei bestimmten Straftaten damit rechnen, dass Sie sich vor der Neuerteilung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen müssen. Da diese - im Volksmund "Depperltest" genannt -nicht leicht zu absolvieren ist, sollten Sie sich schnellst möglich sorgfältig vorbereiten. Beispielsweise bei Alkoholdelikten müssen Sie häufig auch einen Abstinenznachweis erbringen.

Zur Fahrschule müssen Sie hingegen meist nicht noch einmal gehen. Gerade wenn Sie die MPU erfolgreich ablegen, werden meisten keine weiteren Nachweise für Ihre Fahrfähigkeit verlangt. Es kann allerdings auch passieren, dass die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten im Straßenverkehr hat. Dies kann der Fall sein, wenn zwischen der Entziehung der Fahrerlaubnis und dem Antrag eine lange Zeit verstrichen ist.

In diesen Fällen kann die Behörde von Ihnen verlangen, die Prüfungen für den Führerschein erneut abzulegen (Paragraf 20 Absatz 2 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)). Ob Sie dann zunächst Fahrstunden nehmen oder die Fahrschulbank im Theorieunterricht drücken müssen, hängt von Ihnen und der Fahrschule ab. Die Behörde schreibt Ihnen jedenfalls in der Regel nicht vor, ob und wie viele Fahrstunden Sie absolvieren müssen.

In der Praxis unternimmt der Fahrlehrer mit Ihnen eine Probefahrt. Dann wird er mit Ihnen besprechen, welche Vorbereitung auf die Prüfungen notwendig ist. Erst wenn Ihr Fahrlehrer Ihnen grünes Licht gibt, können Sie die Prüfung ablegen. Einige Fahrstunden sind vorher meistens sinnvoll. Gerade wenn Sie mangels Führerschein viele Jahre nicht gefahren sind. Im Straßenverkehr hat sich viel getan. Und auch die Prüfungsbedingungen haben sich seit Ihrer ersten Fahrprüfung sicherlich deutlich geändert.

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