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Kindersitz

Beratungsklau: Was kann ich tun?

4.09.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich betreibe einen kleinen Laden für Babysachen. In letzter Zeit kommt es immer wieder vor, dass Eltern sich bei mir ausführlich beraten lassen. Danach kaufen sie dann aber nichts. Ich vermute, dass sie die Babytrage, Anziehsachen oder Wippen dann im Internet bestellen. Was kann ich tun?

Antwort:

Die Freiheit und Möglichkeiten des World Wide Web bringt Einzelhändler immer mehr in Bedrängnis. Online-Shops locken mit immer günstigeren Angeboten und ausführlichen Rezensionen ihrer Kunden. Eine persönliche Beratung kann aber auch die beste Rezension nicht ersetzen. Viele Kunden möchten das Produkt auch gern erst ausprobieren oder zumindest anfassen, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Und so ist es immer weiter verbreitet, dass Kaufinteressenten Ladengeschäfte nur noch sozusagen als "Showroom" nutzen. Gekauft wird nach der persönlichen Beratung dann gegebenenfalls günstiger im Internet.

Für Einzelhändler ist dies nicht nur ärgerlich. Im Ernstfall kann der "Beratungsklau" sogar die Existenz gefährden. Rein rechtlich haben Sie kaum eine Möglichkeit, sich zu schützen. Schließlich können Sie Ihre Kunden nicht zum Kauf zwingen. Findige Verkäufer haben sich jedoch Strategien ausgedacht, die an der einen oder anderen Stelle funktionieren. Und dabei auch rechtlich zulässig sind.

In manchen meist kleineren Geschäften verlangen Verkäufer beispielsweise mittlerweile eine Beratungsgebühr. Für eine ausführliche Produktvorführung und Kaufberatung bitten sie ihre Kunden mit einer pauschalen Beratungsgebühr zur Kasse. Entscheidet sich der Kunde dann oder später für einen Kauf wird die Gebühr angerechnet. Kunden sollen dadurch an den Laden gebunden werden.

Rechtlich ist dieses Vorgehen zulässig. Der Ladeninhaber ist grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, ob und wie er mit Kunden einen Vertrag abschließt. Möchte er eine Fachberatung nur gegen eine Gebühr vornehmen, so kann er das tun. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Kunden rechtzeitig vor dem Verkaufsgespräch über die Kosten informieren. Sie sollten Ihre Kunden dabei nicht nur mündlich über die Kosten unterrichten. Dies könnte später zu Beweisproblemen führen. Sicherer ist es, wenn Sie einen deutlich sichtbaren Hinweis in Form eines Aufstellers oder eines Schildes im Laden platzieren. So hat Ihr Kunde die freie Wahl, ob er sich kostenpflichtig bei Ihnen beraten lassen will oder nicht.

Daneben können Sie natürlich auch mit Rabatten jonglieren oder wie manch großer Markt Ihre Ware zu einem günstigeren Preis verkaufen, wenn der Kunden Ihnen einen solchen in einem Online-Shop nachweist. Oder Sie setzen weiter auf die Qualität Ihrer Beratung und hoffen auf die Loyalität Ihrer Kunden. Welchen Weg Sie letztlich einschlagen, hängt von vielen Faktoren ab. So kommt es neben Ihren Waren sicherlich auch auf Ihr Klientel an. Daher kann nicht pauschal gesagt werden, ob beispielsweise die Beratungsgebühr letztlich Kunden nicht eher abschreckt. Und auch Rabattaktionen bringen Ihnen nur wenig, wenn Ihre Gewinnspanne dadurch auf ein Minimum abschmilzt.

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