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Scheidung zerissenes Foto

Scheidungskosten: Steuerlich absetzbar?

25.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Meine Frau und ich wollen uns scheiden lassen. Heute war ich bei meinem Anwalt. Er hat mir vorgerechnet, was mich die Scheidung kosten wird. Kann ich diese Kosten wenigstens steuerlich absetzen?

Antwort:

Eine Ehe kann nur durch ein gerichtliches Urteil geschieden werden. Eine andere Möglichkeit zur Aufhebung der gesetzlichen Ehegemeinschaft gibt es bei uns nicht. Um sich vor dem Gesetz von Ihrem Ehepartner zu trennen, müssen Sie je nach Ihrem Einkommen mehr oder weniger tief in die Tasche greifen. Es fallen Gerichts- und Anwaltskosten an. Trennen Sie sich einvernehmlich, können Sie gemeinsam einen Anwalt beauftragen was Kosten spart. Ganz ohne Anwalt können Sie den Scheidungsantrag aber nicht einreichen.

Bis zu einer Gesetzesänderung im Jahre 2012 war es tatsächlich möglich, Scheidungskosten steuerlich bei Ihrer Einkommenssteuer geltend zu machen. Seit 2013 können Sie Zivilprozesskosten grundsätzlich nur noch absetzen, wenn der Prozess den Verlust der eigenen Existenzgrundlage abwenden sollte. Hinsichtlich der Scheidungskosten war die Rechtslage bisher unübersichtlich.

Während manche Finanzämter und Finanzgerichte Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung ansahen, lehnten andere das Absetzen von der Steuer ab. Jetzt herrscht aufgrund einer Entscheidung des Bundesfinanzhofes weitgehend Rechtsklarheit (BFH, Urteil vom 18.05.2017, Aktenzeichen: VI R 9/16). Das Gericht lehnte Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastung ab und ließ nur ein kleines Schlupfloch.

Nach Ansicht des Gerichts müssten die Scheidungskosten in der Regel nicht zur Sicherung der wirtschaftlichen Lebensgrundlage des Steuerpflichtigen aufgebracht werden. Ausnahmefälle sind dabei aber auch denkbar. Führten die geschiedenen Eheleute beispielsweise gemeinsam ein Unternehmen, ist eine solche extreme Ausnahmesituation denkbar. Die Scheidung kann dann der Sicherung der Einkünfte als Existenzgrundlage dienen. Es kommt dabei sehr auf den Einzelfall an. Liegt bei Ihnen keine besondere, existenzgefährdende Situation vor, wird Ihnen die Angabe der Scheidungskosten in Ihrer Steuererklärung kaum etwas bringen.

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