Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Privatparkplatz

Besitzstörungsklage: Falsch parken in Österreich

30.08.2017

Rechtsfrage des Tages:

Wir waren gerade in Salzburg im Urlaub. Nachts hatten wir unser Auto auf einem Supermarktparkplatz abgestellt. Als wir zum Wagen zurückkamen, fanden wir einen Zettel. Uns wurde eine Besitzstörungsklage angedroht.  Was ist denn eine Besitzstörungsklage?

Antwort:

Auch bei uns ärgern sich Supermarktbesitzer über Autos, die von Nicht-Kunden stundenlang auf dem Parkplatz abgestellt werden. Mancherorts müssen Sie als solch ein "Falschparker" sogar mit einem Bußgeld rechnen. Dieses wird zwar nicht von der Ordnungsbehörde verhängt, kann aber quasi als Vertragsstrafe vom Betreiber verlangt werden. Auch wenn diese Knöllchen in Deutschland oft teurer sind als die regulären Bußgelder - in Österreich kann es gleich richtig kostspielig werden.

Parkplatzbesitzer haben nämlich die Möglichkeit, Sie mittels einer Besitzstörungsklage auf Unterlassen in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist, dass Sie den Besitz am Parkplatz eigenmächtig beeinträchtigt, verletzt oder entzogen haben. Natürlich muss für Sie auch erkennbar gewesen sein, dass Sie in fremde Besitzrechte eingreifen. Dies ist der Fall, wenn Sie Ihr Auto beispielsweise auf einem Parkplatz abstellen, obwohl dieser deutlich als privat gekennzeichnet ist.

Wie lange und zu welcher Tageszeit Sie widerrechtlich parken, spielt keine Rolle. In Wien greifen Sie zum Beispiel selbst dann in das Besitzrecht des Ladeninhabers ein, wenn Sie nachts nach Ladenschluss auf dem Supermarktparkplatz parken. Der Besitzer kann dann bei Gericht eine Besitzstörungsklage einbringen. Dabei beantragt er die Feststellung der Störung und Wiederherstellung des letzten ruhigen Besitzes. Weitere Störungen soll das Gericht ebenfalls untersagen. Teuer wird es für Sie dadurch, dass Sie die Gerichts- und Anwaltskosten tragen müssen.

Ihnen muss aber nicht gleich die Klage ins Haus flattern. Droht Ihnen der Besitzer zunächst eine Besitzstörungsklage an, sollten Sie schnellstmöglich eine Unterlassungserklärung abgeben. Erfolgt die Androhung durch einen Anwalt, müssen Sie zusätzlich dessen Kosten übernehmen. Diese liegen in der Regel aber deutlich unter den Kosten eines Gerichtsverfahrens.

In Österreich sollten Sie daher stets die Beschilderung eines Parkplatzes aufmerksam beachten. Finden Sie Hinweise auf einen Privatparkplatz, sollten Sie Ihr Fahrzeug lieber wo anders abstellen.

Permalink

Tags: Bußgeld

Ähnliche Beiträge:

Kind im Autokindersitz

Schulbeginn: Sicher im Eltern-Taxi

20.08.2019

Rechtsfrage des Tages

Für viele Kinder hat die Schule wieder begonnen oder die Einschulung steht kurz bevor. Wollen Sie Ihre Kinder zur Schule fahren, sollten Sie besonders umsichtig fahren. Hier erfahren Sie mehr.

Mann im Firmenwagen

Verkehrsverstöße der Mitarbeiter

19.08.2019

Rechtsfrage des Tages

Waren Ihre Mitarbeiter zu flott unterwegs, ist die Behörde auf Ihre Mithilfe angewiesen. Hier erfahren Sie, warum Sie einen Zeugenfragebogen nicht ignorieren sollten.

Zone 30 an Schulen

Sommerferien: Tempo 30 an Schulen?

6.08.2019

Rechtsfrage des Tages

Hat die Schule in den Ferien zu, gilt auch das Tempolimit davor nicht. Oder vielleicht doch? Hier erfahren Sie, wie schnell Sie diesen Sommer an Schulen vorbeifahren dürfen.

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei