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GEMA: Gebühren für die Warteschleife

26.06.2017

Rechtsfrage des Tages:

Ich bekomme für meine Firma eine neue Telefonanlage. Für die Warteschleife habe ich mir ein nettes Lied ausgesucht. Mein Berater meinte, dass ich für dieses Lied GEMA-Gebühren zahlen muss. Gilt das tatsächlich auch für die Warteschleife?

Antwort:

Musiker und Sänger bestreiten mit der Musik in der Regel ihren Lebensunterhalt. Damit sie zu ihrem Recht kommen, können sie sich bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) anmelden. Die GEMA ist eine Autorengesellschaft, die die Nutzungsrechte an musikalischen Werken verwaltet und Lizenzgebühren für ihre Mitglieder einzieht.

Möchten Sie im gewerblichen Bereich GEMA-pflichtige Musik abspielen, müssen Sie Gebühren an die Verwertungsgesellschaft zahlen. Beruhigende Klänge im Wartezimmer, Hintergrundmusik in einem Café oder fetzige Popmusik im Ladenlokal führen zu einer Kostenpflicht für den Geschäftsinhaber. Zumindest, wenn es sich um Musik aus dem GEMA-Repertoire handelt.

Musik kann aber auch in anderen geschäftlichen Bereichen zum Einsatz kommen. Beispielsweise können Sie Ihren Anrufern die Wartezeit in einer Telefonwarteschleife mit angenehmer Musik versüßen. Gehört diese Musik aber in das Repertoire der GEMA, müssen Sie tatsächlich auch für diese Warteschleifenmusik Gebühren zahlen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Wartende einen gesamten Titel hört oder nur eine kurze Sequenz des Liedes.

Die GEMA sieht für die Nutzung von Werken in Telefonwarteschleifen und auf Anrufbeantwortern eine Pauschaltvergütung vor. Diese beträgt derzeit je angefangene 30 Amtsleitungen monatlich 15,77 Euro. Entscheiden Sie sich für eine vierteljährliche Zahlung, kostet Sie die Nutzung 43,37 Euro pro Quartal oder jährlich 157,70 Euro. Von gemeinnützigen Einrichtungen verlangt die GEMA etwas weniger.

Wichtig ist, dass Sie vor Beginn der Nutzung einen entsprechenden Pauschalvertrag mit der GEMA abschließen, mit dem die Einwilligung der GEMA verbunden ist. Und Sie müssen das Vervielfältigungsrecht an den Tonträgern ordnungsgemäß erwerben. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des GEMA. Nutzen Sie ein Werk aus dem GEMA-Repertoire ohne ein Vervielfältigungsrecht zu haben, drohen Ihnen hohe Kosten für Abmahnungen und Schadensersatzforderungen.

Die Mitgliedschaft bei der GEMA ist übrigens für Künstler freiwillig. Entsprechend gibt es auch viele Musiker, die die Verwertung selbst in die Hand nehmen oder andere Agenturen damit beauftragen. So finden Sie durchaus auch GEMA-freie Musik, die Sie alternativ für Ihre Warteschleife nutzen können. Ob und wie viel Sie für die Nutzung zahlen müssen, kommt auf den jeweiligen Anbieter an.

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