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Autounfall

Nutzungsausfallentschädigung für Firmenwagen

10.04.2017

Rechtsfrage des Tages:

Eines unserer Firmenfahrzeuge wurde bei einem Unfall beschädigt. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers hat sämtliche Reparaturkosten gezahlt. Können wir als Firma aber auch für die Dauer der Reparatur eine Nutzungsausfallentschädigung geltend machen?

Antwort:

Unfälle im Straßenverkehr gehören leider zum automobilen Leben dazu. Glück im Unglück hat, wer sich nur einen Blechschaden an seinem Auto zuzieht. Ist die Haftungsfrage geklärt, zahlt die gegnerische Haftpflichtversicherung Reparaturkosten oder den Wiederbeschaffungsaufwand beim Totalschaden. Nimmt sich der Geschädigte keinen Leihwagen, kann er für die Dauer der Reparatur oder der Ersatzbeschaffung eine Entschädigung in Geld verlangen. Die Nutzungsausfallentschädigung.

So klar ist die Regelung zumindest bei Privatpersonen. Ob Ihnen für den Ausfall Ihres gewerblich genutzten Fahrzeugs eine Entschädigung zusteht, kann nicht eindeutig entschieden werden. Zwar haben der Bundesgerichtshof (BGH) und auch viele Instanzgerichte Gewerbetreibenden eine solche Entschädigung zugesprochen. Andere Gerichte legen hingegen die Entscheidungen des BGH anders aus und weisen derartige Klagen ab. Die Tendenz sieht aber wie folgt aus.

Nutzen Sie den Firmenwagen unmittelbar zur Erbringung Ihrer Leistungen, können Sie Ihren entgangenen Gewinn geltend machen. Ein Beispiel wäre ein Taxi, das für die Dauer der Reparatur nicht genutzt werden kann. Oder ein Lkw der wegen des Schadens für eine gewisse Zeit nicht zum Transport eingesetzt werden kann. Die Berechnung des entgangenen Gewinns obliegt Ihnen als Geschädigtem. Und das kann unter Umständen ganz schön schwierig sein.

Eine Nutzungsausfallentschädigung können Sie hingegen verlangen, wenn Sie durch den Ausfall des Wagens keinen konkreten Verdienstausfall berechnen können. Dies gilt, wenn Sie das Fahrzeug nicht unmittelbar zur Gewinnerzielung nutzen. Beispielsweise für Fahrten zu Kunden oder geschäftlichen Terminen. Allerdings müssen Sie einen fühlbaren wirtschaftlichen Nachteil erlitten haben.

Was Sie unbedingt wissen sollten ist die steuerliche Behandlung einer gezahlten Nutzungsausfallentschädigung. Nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofes müssen Sie diese Zahlung nämlich als Betriebseinnahme buchen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sich der Unfall während einer betrieblichen oder privaten Fahrt ereignet hat (BFH, Urteil vom 27.01.2016, Aktenzeichen: X R 2/14). Gleiches gilt übrigens auch für Schadensersatzzahlungen.

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