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Fragezeichen

Mitarbeiterfotos auf der Firmen-Homepage

27.03.2017

Rechtsfrage des Tages:

Für meine Firma gestalte ich gerade eine neue Homepage. Darauf möchte ich gern meine Mitarbeiter persönlich vorstellen. Unter welchen Voraussetzungen darf ich Fotos von ihnen einstellen? Und darf sich auch jemand weigern?

Antwort:

Eine professionell gestaltete Homepage kann das Bild einer Firma in der Öffentlichkeit deutlich beeinflussen. Eigene Leistungen und die der Mitarbeiter können hervorgehoben werden. Und nicht selten suchen Kunden gezielt nach Bildern ihrer Ansprechpartner. Daher ist Ihr Interesse an der Veröffentlichung von Mitarbeiterbildern nachzuvollziehen. Um sich aber keinen Ärger mit Ihren Angestellten einzuhandeln, müssen Sie sich an ein paar Spielregeln halten.

Egal ob Fotos vom Firmenevent oder Portraits im Mitarbeiterprofil: Sie dürfen Bilder Ihrer Angestellten nur mit deren Zustimmung veröffentlichen und verbreiten. Dies ergibt sich aus § 22 Kunsturhebergesetz (KUG). Die Einwilligung müssen Ihre Arbeitnehmer schriftlich erteilen. Hüten Sie sich dabei davor, eine universelle Einwilligung einzuholen. Ihrem Mitarbeiter muss klar sein, in welche Veröffentlichung er einwilligt. Lassen Sie sich die Einwilligung also anlassbezogen erteilen. Der Text der Erklärung braucht dann nicht besonders ausführlich zu sein.

Wichtig ist, dass Ihr Angestellter die Erklärung freiwillig abgibt. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass er eine Veröffentlichung auch durchaus ablehnen kann. Arbeitsrechtliche Konsequenzen dürfen Sie ihm weder androhen noch aussprechen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, eine Einwilligung bereits im Arbeitsvertrag aufzunehmen. Achten Sie dann aber darauf, dass die Erklärung den Anlass einer Veröffentlichung möglichst genau angibt. Eine pauschale Einwilligung in eine "Veröffentlichung im Internet" dürfte nicht ausreichen.

Halten Sie sich nicht an diese Vorgaben, handeln Sie rechtswidrig. Ihr Arbeitnehmer kann von Ihnen verlangen, dass Sie die Bilder löschen und eine künftige Nutzung unterlassen. Unter bestimmten Umständen können Sie sogar auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden.

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