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Radwechsel

Sommerreifen in der Insolvenz

21.12.2016

Rechtsfrage des Tages:

Wie jedes Jahr habe ich diesmal wieder meine Sommerreifen im Autohaus nach dem Wechsel einlagern lassen. Jetzt habe ich aus der Zeitung erfahren, dass es dem Autohaus finanziell nicht gut geht. Kriege ich im Fall der Insolvenz meine Reifen zurück?

Antwort:

Nicht nur junge Unternehmen sind davon betroffen. Auch alteingesessene Betriebe können in die finanzielle Klemme geraten. Das kann für Online-Shops genauso gelten wie für Autohäuser. Für die Inhaber und Mitarbeiter ist das oft eine schlimme Situation. Aber auch bei Ihnen als Kunde kann die Insolvenz Spuren hinterlassen. Denn wie kommen Sie an Ihre Reifen, wenn das einlagernde Autohaus insolvent geht?

Von der rechtlichen Seite her ist die Sache für Sie eigentlich recht undramatisch. Sie sind Eigentümer der Reifen und Felgen. Daran ändert auch die Einlagerung nichts. Und damit fallen die Reifen nicht in die Insolvenzmasse des Autohauses. § 47 Insolvenzordnung (InsO) legt fest, dass Sie als Eigentümer ein Recht auf Aussonderung haben. Sie können also die Herausgabe der Reifen verlangen. Aber Achtung! Ihr richtiger Ansprechpartner ist nicht mehr der eigentliche Leiter des Betriebes. Sie müssen sich mit Ihrer Forderung an den Insolvenzverwalter wenden.

Auch wenn das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet wurde. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wird sich Ihrer Sache annehmen. Allerdings müssen Sie Ihre Eigentümerstellung nachweisen. Am besten geht dies über einen Verwahrungsschein. Oder heben Sie die Rechnung für die Einlagerung gut auf.

Leider kommt es aber immer mal wieder vor, dass Reifen nicht auffindbar sind. Rein praktisch kann der Insolvenzverwalter dann keine Aussonderung vornehmen. Ihr Anspruch auf Herausgabe wandelt sich in einen Schadensersatzanspruch. Und darin liegt die Krux. Ein solcher Anspruch ist nämlich im Gegensatz zur Aussonderung nicht vor Forderungen anderer Gläubiger bevorrechtigt. Was bleibt zu tun? Melden Sie Ihren Anspruch wie jeder andere Gläubiger auch zur Insolvenztabelle an. Machen Sie sich aber keine allzu große Hoffnung auf klingende Münzen. Nach Abzug der Gerichtskosten und sogenannten Masseverbindlichkeiten bleibt häufig kaum etwas zum Verteilen übrig.

Einen Sonderfall stellt noch § 48 InsO dar. Einen Anspruch auf Geld können Sie haben, wenn die Reifen vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Autohaus unberechtigt verkauft wurden. Gleiches gilt, wenn nach Eröffnung der Insolvenzverwalter unberechtigt die Reifen versilbert. Dann können Sie vom Käufer den Kaufpreis verlangen. Allerdings auch nur, wenn dieser noch nicht gezahlt hat. Dieser Fall dürfte in der Praxis daher eher selten vorkommen.

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