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Versteigerung

Online-Versteigerung: Privat oder gewerblich?

6.12.2017

Rechtsfrage des Tages:

Versteigerungsplattformen im Internet bieten eine praktische Möglichkeit, aussortierten Hausrat und andere Sachen zu verkaufen. Nach dem Entrümpeln können Sie so die Weihnachtskasse füllen. Was müssen Sie beachten, um auch wirklich nur als Privatverkäufer zu gelten?

Antwort:

Als Privatverkäufer genießen Sie auch im Internet viele Vorteile. Sie können die Gewährleistung ausschließen, müssen Käufern kein Widerrufsrecht einräumen und deutlich weniger Informationspflichten beachten. Versteigern Sie hin und wieder ausrangierten Hausrat, gelten Sie in der Regel als Privatverkäufer.

Anders ist die Rechtslage, wenn Sie beispielsweise massenhaft selbst gebastelte Weihnachtsdeko anbieten. Oder wenn Sie Artikel günstig ersteigern, um sie später gewinnbringend wieder zu verkaufen. Der Wiederverkauf kürzlich erworbener Ware ist ein klarer Hinweis auf eine Unternehmereigenschaft. Aber auch die Zahl Ihrer Angebote kann von Bedeutung sein. Die Grenze zwischen privaten und gewerblichen Verkäufen ist dabei nicht immer klar zu ziehen.

Die Gerichte ziehen für ihre Beurteilung unter anderem Umstände wie die Anzahl der Verkäufe, mehrfacher Verkauf gleichartiger Ware oder auch gewerbsmäßige Tätigkeit des Anbieters auch außerhalb der Plattform heran. Allerdings muss für die Beurteilung stets eine Gesamtschau aller Einzelumstände vorgenommen werden. Entsprechend unterschiedlich fallen die bereits reihenweise ergangenen Urteile aus.

Haben Sie das Gefühl, Ihre Verkaufsaktivitäten sprengen so langsam den Rahmen eines privaten Verkäufers? Vielleicht beißen Sie in den sauren Apfel und melden ein Gewerbe an. Wichtig ist dann, dass Sie sich als gewerblicher Händler zu erkennen geben. Ihren Käufern müssen Sie ein Gewährleistungsrecht einräumen, Informationspflichten erfüllen und auch mit dem Widerrufsrecht leben. 

Hat ein Konkurrent den Verdacht, dass Sie statt als Privatverkäufer als gewerblicher Händler tätig sind, droht Ihnen eine kostspielige Abmahnung. Unter Umständen bekommen Sie auch Probleme mit dem Finanzamt. Als gewerbsmäßiger Händler müssen Sie spezielle Steuern zahlen.

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