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Schlösser an Brücke

Liebesschlösser: Romantisch oder verboten?

9.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich möchte meiner Freundin zu Weihnachten ein Liebesschloss schenken und es dann mit ihr an eine Brücke hängen. Ist das eigentlich erlaubt?

Antwort:

Seit einigen Jahren ist es Brauch geworden, seine Liebe durch ein sogenanntes Liebesschloss unter Beweis zu stellen. Dafür wird ein Vorhängeschloss meist individuell graviert und an einem Brückengeländer befestigt. Damit die Liebe ewig hält, wird der Schlüssel anschließend gemeinsam in den Fluss geworfen. Weltweit gibt es mittlerweile unzählige Brücken, an denen die Geländer vor lauter Liebesschlössern kaum mehr zu erkennen sind.

Rein rechtlich könnte es sich aber tatsächlich sogar um eine Straftat handeln. Nach § 303 Strafgesetzbuch (StGB) wird nicht nur bestraft, wer eine fremde Sache zerstört oder beschädigt. Verboten ist es auch, das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur vorübergehend und nicht nur unerheblich zu verändern (§ 303 Absatz 2 StGB). Tatsächlich ist aber wohl noch nie ein verliebtes Pärchen wegen eines Liebesschlosses strafrechtlich belangt worden. Da der romantische Brauch durchaus auch für Touristen attraktiv sein kann, tolerieren viele Städte mittlerweile die Liebesschlösser.

Aber Achtung! In Berlin droht Ihnen für das Anbringen eines Liebesschlosses ein Bußgeld von 35 Euro. Auch andernorts werden Liebesschlösser gelegentlich entfernt. Dies liegt häufig allerdings weniger daran, dass unsere Behörden unromantisch sind. Vielmehr können Liebesschlösser eine gewisse Gefahr für das Bauwerk auslösen. Durch die unterschiedlichen Metalle von Brückengeländern und Liebesschlössern kann beispielweise die Rostbildung gefördert werden. Im Ernstfall kann dann die Stabilität eines Brückengeländers gefährdet sein. Auch das Gewicht einer stetig wachsenden Zahl von Schlössern kann zu einem statischen Problem werden. Tatsächlich ist in Paris im Jahre 2014 ein Brückengeländer unter dem tonnenschweren Gewicht tausender Liebesschlösser zusammengebrochen.

Möchten Sie sicher gehen, dass Ihr Liebesschloss auch in den nächsten Jahren noch Zeugnis Ihrer Beziehung ablegt, können Sie sich bei Ihrer Stadt oder Gemeinde erkundigen. Dort erfahren Sie ob und wo Liebesschlösser erlaubt sind oder zumindest geduldet werden. Einige Städte sind auch dazu übergegangen, Verliebten Alternativen durch angebrachte Ketten oder Liebeslaternen zu bieten. Übrigens sind in München die Behörden etwas toleranter als in Berlin. Während in Berlin entfernte Liebesschlösser entsorgt werden, werden diese in München eine gewisse Zeit gesammelt. Vier Monate haben Paare Zeit, Ihr geknacktes Liebesschloss als Erinnerungsstück beim Bauhof an der Isar wieder abzuholen.

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Tags: Bußgeld

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