Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie hier weitersurfen, erklären Sie sich damit einverstanden. > mehr erfahren
Oben
  • Drucken
  • schlecht ausreichend durchschnitt gut besonders gut
    Bewertungen
Arzt mit Stethoskop

Ist Umziehen Arbeitszeit?

18.11.2016

Rechtsfrage des Tages:

Ich arbeite in einer Firma, in der eine bestimmte, einheitliche Kleidung vorgeschrieben ist. Wir müssen die gleichen Hemden und blauen Anzüge tragen. Ich habe mal gehört, dass die Zeit zum Umziehen zur Arbeitszeit gehört. Stimmt das?

Antwort:

In vielen Betrieben oder bestimmten Branchen ist eine bestimmte Arbeitskleidung vorgeschrieben. Die Gründe dafür können verschieden sein. So muss beispielsweise das Pflegepersonal in einem Krankenhaus aus Hygieneschutzgründen besondere Kittel tragen. Oder im Baubereich schreiben die Arbeitsschutzvorschriften Schutzbekleidung vor. Müssen Sie morgens in Ihre Berufsbekleidung schlüpfen, kann dies mehr oder weniger viel Zeit kosten. Ob diese Zeit zu Ihrer Arbeitszeit zählt? Es kommt darauf an.

Das Bundesarbeitsgericht vertritt dabei eine recht einheitliche Linie. Damit es sich bei der Umziehzeit um Arbeitszeit handelt, muss die Berufsbekleidung zunächst vom Arbeitgeber vorgeschrieben worden sein. Das ist bei Ihnen der Fall. Allerdings kommt es entscheidend darauf an, ob Sie die Bekleidung erst im Betrieb anlegen dürfen oder sich bereits zu Hause umziehen können. Die Abgrenzung ist dabei klar. Dürfen Sie sich erst im Betrieb anziehen, zählt dies zur Arbeitszeit.

Hier einige Beispiele: Sind Sie in der Lebensmittelindustrie tätig, dürfen Sie in der Regel Ihre Schutzkleidung aus hygienischen Gründen erst im Betrieb anlegen. Diese könnte sonst auf dem Weg zur Arbeit mit Keimen und Bakterien konterminiert werden. Gleiches gilt beispielsweise für Krankenschwestern. Oder Sie müssen spezielle Schutzkleidung tragen, mit der Sie nicht nach Hause fahren können oder dürfen. Können Sie sich hingegen in Ruhe im heimischen Schlafzimmer morgens an- und abends wieder ausziehen, ist dies keine Arbeitszeit.

Fazit: Immer dann, wenn Ihr Tag bei Ihrer Arbeitsstelle mit einem Wechsel der Kleidung beginnt, zählt dies bereits zur Arbeitszeit. Dies gilt dann sogar für die Zeit, die Sie zum Beispiel für den Weg zur Umkleidekabine in der Firma brauchen. Nur der Weg von Ihrer Wohnung zur Arbeitsstätte zählt nicht zur Arbeitszeit. Umziehzeit ist auch dann Arbeitszeit, wenn Ihr Chef Ihnen ohne zwingende Gründe verbietet, die Berufsbekleidung mit nach Hause zu nehmen.

Können Sie hingegen Ihre Arbeitskleidung bereits auf dem Weg zur Arbeit und wieder nach Hause tragen, wird diese Zeit nicht auf Ihre Arbeitszeit angerechnet. Übrigens können Sie unter bestimmten Voraussetzungen von Ihrem Arbeitgeber auch die Reinigungskosten für Arbeitskleidung ersetzt verlangen.

Permalink

Tags: Arbeitszeit

Ähnliche Beiträge:

Arbeitszeiterfassung

Arbeitszeiterfassung: Was wird sich ändern?

27.05.2019

Rechtsfrage des Tages

Mehr als die Überstunden werden in vielen Branchen nicht von der Zeiterfassung registriert. Das könnte sich bald ändern. Hier erfahren Sie, warum bald eine weitreichende Arbeitszeiterfassung notwendig werden kann.

Homeoffice

Homeoffice

16.03.2019

Arbeitsplatz

Sie sind es leid, täglich auf einem langen Arbeitsweg im Stau oder völlig überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zu stehen? Um Ihre Aufgaben zu erfüllen, benötigen Sie keinen Arbeitsort im Betrieb? Ihre Tätigkeit lässt sich bequem von zuhause erledigen? Das Arbeiten im Homeoffice ist dann eine echte Alternative.

Freistellung zur Stellensuche

Freistellung zur Arbeitssuche

16.03.2019

Arbeitssuche

Freistellung zur Arbeitssuche - Ihr möglicher neuer Arbeitgeber hat Sie nach erfolgreicher Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ihr derzeitiger Arbeitgeber muss Sie hierfür unter bestimmten Voraussetzungen von der Arbeit freistellen. 

Kontakt

0800 3746-555
gebührenfrei