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Paar mit Baby

Bürokratie rund um den Nachwuchs

19.10.2016

Rechtsfrage des Tages:

Wir werden in wenigen Wochen unser erstes Kind bekommen. Ich bin schon sehr aufgeregt. Welche Behördengänge stehen eigentlich nach der Geburt an? Ich würde mich gern schon jetzt vorbereiten.

Antwort:

Die Geburt des ersten Kindes ist für Eltern ein wichtiges und aufregendes Erlebnis. Und liegt der Nachwuchs erst in der Wiege, verlangt er die volle Aufmerksamkeit. Daher ist es sicherlich nicht verkehrt, schon frühzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen. Und diese sollten Sie nicht auf den Kauf der Erstausstattung beschränken. Ist Ihre Partnerin sozialversicherungspflichtig beschäftigt, sollte sie rechtzeitig vor Beginn der Mutterschutz-Frist das Mutterschaftsgeld beantragen. Für die Zeit von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, bekommt sie dieses auf schriftlichen Antrag von ihrer Krankenkasse. Bei Mehrlings- oder Frühgeburten verlängert sich die Frist nach der Entbindung auf zwölf Wochen. Eine Bescheinigung des Frauenarztes über die Schwangerschaft muss sie mitschicken.

Sind Sie nicht verheiratet, können Sie schon vor der Geburt beim Standes- oder Jugendamt die Vaterschaft anerkennen. Auch das Sorgerecht sollten Sie gleich mit regeln. Bei unverheirateten Paaren verbleibt das alleinige Sorgerecht nämlich bei der Mutter. Stimmt diese zu, kann Ihnen aber das gemeinsame Sorgerecht übertragen werden. Aber keine Sorge. Beides können Sie auch regeln, wenn Ihr Baby schon auf der Welt ist. Und sind Sie verheiratet, müssen Sie nichts unternehmen. Sie gelten automatisch als Vater und haben das Sorgerecht gemeinsam mit Ihrer Frau.

Ist die Geburt überstanden, müssen Sie noch ein paar Angelegenheiten regeln. Zunächst müssen Sie innerhalb von sieben Tagen nach der Entbindung eine Geburtsurkunde beim Standesamt beantragen. Das Dokument erhalten Sie binnen weniger Tage zugestellt. Dann geht es weiter zum Einwohnermeldeamt. Auch Ihr jüngstes Familienmitglied muss angemeldet werden.

Im nächsten Schritt bekommen Sie Post vom Finanzamt. Aber keine Sorge. Die Geburt müssen Sie nicht versteuern. Ihr Kind erhält aber bereits in diesem zarten Alter eine Steuer-Identifikationsnummer. Diese gilt ein Leben lang. Vergessen Sie auch nicht, das Kindergeld zu beantragen. Dafür haben Sie zwar ein bisschen Zeit. Das Kindergeld können Sie bis zu sechs Monate rückwirkend erhalten. Warten Sie aber nicht zu lange. Nach Ablauf diese Zeitspanne erhalten Sie nur noch die monatlichen Beträge.

Letztlich müssen Sie noch daran denken, Ihr Kind bei Ihrer Krankenkasse anzumelden. Auch wenn Ihr Kind automatisch sofort mit der Entbindung krankenversichert ist. Binnen zwei Monaten müssen Sie die Anmeldung bei Ihrer Krankenkasse vornehmen. Möchten Sie oder Ihre Frau Elternzeit in Anspruch nehmen, müssen Sie sich noch um das Elterngeld kümmern. Dies können Sie bei der Familienkasse oder dem Arbeitsamt beantragen. Haben Sie diese wichtigen Schritte erledigt, können Sie sich voll und ganz Ihrem Nachwuchs widmen.

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Tags: Kinder

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