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Mindestlohn für Azubis

27.01.2020

Rechtsfrage des Tages:

Vor vier Jahren wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt, der nun Jahr für Jahr ansteigt. Seit dem 01. Januar 2020 gibt es jetzt erstmalig auch einen Mindestlohn für Auszubildende. Wer kann diesen beanspruchen?

Antwort:

Während in vielen Branchen der Mindestlohn schon länger zum Alltag gehört, hatten Azubis bisher keinen Anspruch darauf. Argumentiert wurde unter anderem, dass die Ausbildung nicht zur Deckung des Lebensbedarfs absolviert werde. Seit Anfang des Monats gelten für viele Auszubildende neue Regeln. Es wurde nämlich nun auch ein Mindestlohn während der Ausbildung eingeführt.

Azubis im ersten Lehrjahr haben jetzt Anspruch auf mindestens 515 Euro. Ebenso wie der Mindestlohn für Arbeitnehmer wird dieser Betrag in den nächsten Jahren weiter steigen. Bis 2023 ist eine Steigerung auf 620 Euro vorgesehen. Im folgenden Lehrjahr erhöht sich die Vergütung um 18 Prozent, im dritten Lehrjahr um 35 Prozent und im Vierten um 40 Prozent.

Der Nachteil: Der Anspruch gilt nur, wenn die Ausbildung jetzt erst begonnen oder künftig abgeschlossen wird. Auszubildende, die ihren beruflichen Werdegang bis zum 31.12.2019 beendet haben, profitieren nicht vom neuen Mindestlohn. Und haben Unternehmen und Gewerkschaften eigene Vereinbarungen getroffen, gehen diese tarifvertraglichen Regelungen dem Mindestlohn vor. Den Azubi-Mindestlohn werden Sie übrigens im Mindestlohngesetz (MiLoG) weiterhin vergeblich suchen. Geregelt ist er im Berufsbildungsgesetz (BBiG).

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